Olivenernte und so weiter

Mittwoch, 1. März 2017

Heute vor rund vier Jahren

Manchmal ist Facebook ja doch nützlich und wenn es nur für die ein oder andere Erinnerung ist...


Ich war ja immer mehr so der Verfechter des Mietens, wer braucht schon Eigentum? Ohne Eigentum lebt es sich doch sehr entspannt, die Flexibilität leidet nicht und keine totale Verschuldung raubt einem den Schlaf. So weit mein Meinungsbild. Dann trat der Gatte vor nicht ganz elf Jahren in mein Leben und es war ziemlich klar, der ist kein Typ fürs dauerhafte Mieten. Er wollte etwas Eigenes haben, etwas wo er dran rumbasteln und bauen kann, wo seine Werkbankt Platz hat und überhaupt, etwas Eigenes eben. 

Da waren wir also nicht so richtig d'accord...Für mich war immer klar, wenn ich schon im Saarland wohne - das Saarland und ich haben etwas länger, so rund fünf Jahre, gebraucht bis wir uns richtig mochten - dann natürlich in der Innenstadt der Landeshauptstadt, also fußläufig zum Markt, zum Kneipenviertel, zur Arbeit. Der Mann hatte also das Immobilienangebot immer mal so im Blick, ich habe das zur Kenntnis genommen, aber weitgehend ignoriert. Dann allerdings wurde es für den Gatten irgendwann dringlich und ich zu Besichtigungen aufgefordert. Na gut, gucken kann man ja mal. Nachdem wir dann so anderhalb oder zwei Jahre mal mehr, mal weniger intensiv geguckt und besichtigt hatten, war bei dem Gatten der Punkt erreicht, an dem er eigentlich willens war, jedes Objekt gut zu finden, nur um endlich das eigene Haus zu haben. Da störten ihn nicht mal Dinge wie der Blick aus dem Schlafzimmer auf die Riesenneonreklame des Supermarktes gegenüber, winzig kleine Räume, fehlende Badezimmer.... 

Und dann ging auf einmal alles ganz schnell: Am 30. November 2012, einem Freitag, guckten wir uns ziemlich spontan ein Haus am Stadtrand an, natürlich nicht fußläufig zur Innenstadt, es sei denn, man hat gerade eine Dreiviertel Stunde Zeit, natürlich auch nicht aus der Portokasse zu finanzieren, aber so hübsch und innerhalb von ein paar Minuten hatten wir uns beide in dieses Haus verliebt. Allen 70er Jahre Tapeten in gelb, rosa und grün zum Trotz und ignorierend, dass fast der gesamte Boden mit grünem Teppichboden verklebt (!!!) war und wir nicht wussten, in welchem Zustand der Holzboden darunter war. Ungeachtet der Tatsache, dass es im oberen Stock nur Nachtspeicheröfen gab und die Technik noch von 1926 war als auch den Fakt ignorierend, dass das Haus noch komplett möbiliert war: Das war das Haus, das wir wollten. Und wie es sich rausstellte, wollte es uns auch und deshalb ging dann auch alles ruckzuck: Freitags die erste Besichtigung, Mittwochs am 05.12. dann eine zweite Besichtigung mit einem befreundeten Architekten, dann haben wir sofort den Kauf zugesagt und am Mittwoch den 14. Dezember 2012 beim Notar unterschrieben. 

Tatsächlich habe ich nach dem zweiten Besichtigungstermin abends noch die Kündigung für die Wohnung bei den Vermietern vorbeigebracht - ich war mir einfach so sicher, dass das alles passt und prima wird.

Dann haben wir zwei Monate lang tatsächlich nichts anderes gemacht als renoviert, renoviert und renoviert und sind vor 4 Jahren und ein paar Tagen am 26.02.2013 aus unserer Mietwohnung aus- und in unser eigenes, wenn auch noch nicht ganz fertig renoviertes Haus eingezogen.

Und wer hätte das gedacht: Das war eine der besten Entscheidungen ever!



PS: Seit dem Kauf hatten wir beide bisher genau eine schlaflose Nacht (noch in der Mietwohnung) ob des Kredits, in der wir beide panisch wurden, wir hätten uns verkalkuliert, unsere kluge Exeldatei konnte uns beruhigen (zum Glück wussten wir da noch nicht, dass es am Ende doch immer teurer wird...). 

PPS: Tatsächlich ist es gar nicht schlimm, auch mal auf den ÖPNV zurückzugreifen, wenn man weder das Auto nehmen noch 45 Minuten laufen möchte.


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